Wiederherstellung der Gemeinde
Wiederherstellung, Restauration, Erneuerung

Eine prophetische Stimme - November 98

Hauskreise

Apostelg. 2:46 "... sie brachen in den einzelnen Häusern das Brot und nahmen die Mahlzeiten ein mit Freude..."

Vielerorts sind Hauskreise nur ein Anhängsel an den allgemeinen Gemeindebetrieb. Nicht selten im Gemeindegebäude, anstatt wirklich bei jemandem Zuhause. Bestehend aus Singen, Bibelstudium, Gebet und anschliessendem Gespräch mit Kaffee und Keksen o.ä.

Alles gute Dinge. Aber nicht selten ist das Gute der Feind des Besten.

Gott hat nicht umsonst die Menschen zur Zeit der ersten Gemeinde geleitet sich von Haus zu Haus zu treffen. In Gebieten mit Verfolgung, wie China z.B. ist dies die einzigste Versammlungsform. Aber auch in unsern Gemeinden sollten wir uns immer mehr dahin bewegen, sog. Hauskirchen oder Hausgemeinden zu werden.

Was versteht man darunter und was für Vorteile soll das haben?

Darunter versteht man, dass die Gemeinde auf Hauskreise aufgebaut ist. Der Fokus wird verlagert von der Hauptversammlung auf die Hauskreise, in denen der grosse Teil der Gemeinschaft und Freundschaften stattfindet.

Hier ist das Saatbeet von Freundschaften, hier ist das Experimentierfeld für geistliche Gaben. Hier darf ich Ausüben, was der Herr mir aufs Herz legt und werde dabei gefördert und ermutigt und falls notwendig korrigiert. Hier erfährt jeder individuelle Aufmerksamkeit.

Hier darf ich auch für mich beten lassen über meine Kopf- oder Rückenschmerzen hinaus. Denn die Mitglieder im Hauskreis sind wie meine christliche Familie. Hier darf ich auch Probleme erzählen, für die gebetet wird gerade an Ort und Stelle. Deshalb sind in den Hauskreisen auch keine Nichtchristen. Für Nichtchristen ist der allgemeine Gottesdienst, die Evangelisationveranstaltungen, Alphakurse, die gesellschaftlichen Zusammenkünfte, Banquets, Grillfeste usw. Aber da kommen wir später noch drauf.

Es besteht kein Grund zu warten bis die Gemeinde grösser wird ehe Hauskreise implementiert werden. Hauskreise sind keine gute Idee oder ein neues Konzept o.ä. Es ist Gottes Wille für eine gesunde Gemeinde. Es ist biblischer Lebenstil. Eine Gemeinde, die wachsen will, wird flächendeckend Hauskreise haben.

Das Potential zur Förderung von Beziehungen untereinander zum Lernen miteinander umzugehen ist enorm. Und zwischenmenschliche Beziehungen ist nun mal der wunde Punkt bei vielen Menschen, besonders in einer Gesellschaft, die Singleness, Vereinsamung und Egoismus fördert.

Daher ist der Hauskreis der Garten, in dem die Pflanzen wachsen dürfen. Hier werden sie begossen, erfahren Liebe usw. Hier geht es in erster Linie auch um Anbetung, Lobpreis, Hören von Gottes Wort UND gesellschaftliches Knüpfen von Bundesbeziehungen. Also spielen wir auch miteinander.

Es geht um gegenseitiges Kennenlernen, um das Öffnen der Herzen miteinander. Daher gibt es auch gemeinsame Essen, gemeinsame Ausflüge, Spieleabende, wo überhaupt nicht Bibel gelesen wird oder gebetet wird o.ä. (o schreck!). Mit Sicherheit sind wir genauso mit dem hl. Geist erfüllt, wenn wir Monopoly, Trivial Pursuit oder Fussball spielen.

Unser Modell für Hauskreise ist Jesus mit seinen 12 Nachfolgern. Das war der Prototyp des Hauskreises. Hier teilte Jesus von sich mit, hier unterwies er seine Jünger, erzählte ihnen Geschichten und Gleichnisse, hier assen sie zusammen, arbeiteten sie zusammen (Fischfang) uvm. Er zog sie zu sich und hatte Gemeinschaft mit ihnen, um Gott kennenzulernen

Ein Wort zu Hauskreisleitern
Idealerweise ist ein Ehepaar bzw. eine Familie zusammen Hauskreisleiter. In seltenen Fällen auch ein befähigter Single. Aber man darf nicht vergessen die Verantwortung und Einfühlsamkeit, eines Hauskreisleiters und es gibt eben gewisse Bereiche, wo nur ein Ehepaar Verständnis von hat. In jedem Fall sind sie unter dem Schirm der Leiterschaft der Gemeinde, das ist klar.

Unter keinen Umständen ist jemand Hauskreisleiter, dessen Ehepartner noch ungläubig ist. Das ist keine Diskriminierung, oder Herabsetzung oder Zweifel an jemandes Fähigkeiten, sondern zum Schutz der Gemeinde und der anvertrauten Menschen darin. Also, ich könnte mich nicht öffnen im Haus eines Leiters, wo der nichtchristliche Ehepartner (so nett er auch sein mag) herumläuft. Ebenso sollte ein Hauskreisleiter kein absolut neuer Christ sein. Vor allem sollte eine enge offene Bundesbeziehung sprich Freundschaft bestehen zwischen dem Gemeindeleiter (leitung) und dem Hauskreisleiter.

Unser Ziel in all dem ist Pflege und Förderung von Freundschaften innnerhalb der Gemeinde, Ausrüstung der Heiligen zum Dienst usw. Und vor allem dürfen wir nie aus dem Auge verlieren - Gemeinde ist Menschen. Nicht Programme, Handzettel, Gebäude usw. Gemeinde ist Menschen. Und die Gemeinde ist nur so gesund, wie die Menschen, die sich darin befinden.

Menschen brauchen Aufmerksamkeit und Zuneigung über die ein/zwei Stunden am Sonntagmorgen hinaus. Ausserdem werden im Hauskreis Verbindungen geknüpft, die über die Versammlungen hinaus bestehen und gepflegt werden und der Leiter kann sich den einzelnen Leuten viel besser widmen.

Und vor allem muss man auch an die Entlastung denken für den Gemeindeleiter, bzw. das Team der Gemeindeleitung. Schon Mose wurde von seinem Schwiegervater Jethro in dieser Hinsicht beraten. Soviele Menschen kamen damals zu ihm um Rat und Rechtsprechung zu erfahren. So fing er an, Leiterschaft zu delegieren. Auf diese Weise ist die Gemeindeleitung befreit, sich um die wesentlichen Aufgaben der Gemeindeleitung zu widmen und sich sogar noch um andre Gemeinden zu kümmern und ähnliche Konzepte zu implementieren, andre Gemeinden zu unterstützen im Inland und Ausland und mitzuteilen, was Gott ihnen aufs Herz gelegt hat, ohne das die Gemeinde gleich auseinanderfällt, wenn sie ein paar Wochen nicht anwesend sind.

Hauskreise sind also keine Option, sondern integraler Bestandteil einer gesunden Gemeinde.


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Seite erstellt: 7. 7. 1998 - zuletzt updated: 14. 7. 1998
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