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Die frühe Gemeinde
war ein Erfolg. Ein enormer historischer Erfolg, zustandegebracht ohne
Multimediatechnik und die Kommunikationsmittel, die wir heute haben.
Wäre die Gemeinde des Neuen Testaments nicht so erfolgreich
gewesen und wäre sie so ähnlich wie unsre heutigen Gemeinden
gewesen, wären wir vielleicht heute nicht hier. Sie hätten
ihre damalige Welt nicht beeinflusst. Sie haben aber die damalige Welt
nicht nur beeinflusst, sondern haben sie erobert. Ohne Autos, ohne
Fernsehen, ohne Videos, ohne Zeitungen ohne gedruckte Bibeln. Aber
wenn sie das fertigbrachten ohne Bibel, was könnte wir nicht
alles tun mit Bibeln. Sie benutzten keine Traktate und hatten keine
Elektronik.
Wir reden hier von Evangelisation. Es ist nicht unsre Terminologie,
die uns fruchtbar und reproduktiv macht. Es ist das Leben in uns. Ihr
Leben war überfliessend und voll mit dem Hl. Geist. Sie boten der
Welt nicht lediglich Worte an. Sie boten der Welt Leben an. Ich glaube
das kann man heute wiederholen, wenn wir nur hören, was Gott
versucht uns mitzuteilen.
Die alte Art von Evangelisation
Ich komme ursprünglich aus der evangelikalen Ecke, ja meine erste
Gemeinde war sogar eine offene Brüdergemeinde, wo die Frauen beim
Abendmahl auf der einen Seite sassen und die Männer auf der
andern. Aber waren die organisiert! Du musstest fit sein, um da
mitzumachen. Jeder Tag, jede Woche wurde evangelisiert und versammelt.
"Zwei evangelikale waren gestrandet auf einer einsamen Insel. Sie
versammelten sich am Sonntagmorgen und setzten sich zum Ziel am nächsten
Sonntag zu dritt zu sein."
Das ist ihre Mentalität, immer in Verbindung mit Evangelisation.
Aggressiv, zielbewusst, 120% Einsatz. Das gibt natürlich auch
Resultate.
So war auch meine Vorstellung eines echten Christen, dass du immer
jemandem im Schlepptau hast und ihn in die Gemeinde bringst. Ich habe
nie darüber nachgedacht, was mit ihm geschieht, wenn er einmal
dort angekommen ist, ausser, daß man mit ihm Hände schüttelt,
ihm gratuliert, daß er jetzt Christ ist und ihn im Wasser
untertaucht. - Ich verstand noch nicht das Konzept der Jüngerschaft
und Reife.
Meine Vorstellung eines guten Christen war die eines "Seelengewinners".
Ich bin froh, daß ich mittlweile herausgefunden habe, daß
Gott nicht nur an "Seelen" interessiert ist, aber dieses
Wort wurde stark in uns geprägt.
Noch heute steht in meinem Bibelschul-diplom:
"Sein Ziel steht ihm auch für die Zukunft klar:
Bis zum Sterben -
Seelen für das Lamm zu werben"
Ich hörte einmal folgende Geschichte:
Es gab eine liebe Frau, die ihren Mann schon seit über 20 Jahren
bearbeitete, damit er zur Gemeinde kommt. Eines Abends war es dann
soweit und er kam. Beim letzten Vers des Liedes während der
Einladung nach vorn zu kommen, stand er da, ungeduldig darauf wartend,
dass der Gottesdienst zu einem Ende käme. Da kam ein junger Mann
auf ihn zu, der bei sich dachte, dieser Mann braucht Jesus. Er kannte
die vier geistlichen Gesetze auswendig und hatte sie sich
zurechtgelegt. Er hatte viele gute Bücher über
Evangelisation gelesen und konnte jede Frage beantworten, die ein
Nichtchrist stellen würde. Wenn er gesagt hätte: "Zuviele
Heuchler in der Kirche" hätte er den Vers gewusst. Hätte
er gesagt: "Ich glaube nicht an die Hölle", war er auch
bereit.
Also ging er rüber zu ihm und sagte:"Hallo, sind Sie
gerettet?"
Der Mann sah ihn an und sagte:"Das geht dich überhaupt
nichts an!"
"Eh.."
Das war nicht auf seiner Liste. - Aber die arme Frau wäre am
liebsten im Boden versunken, weil sie wusste, er würde nicht
wieder kommen. Und so war es auch.
Auch wir machen sicher ähnliche Erfahrungen, aber ich glaube Gott
erweicht unser Herz derart, dass er uns in Seinen Wegen führen
kann.
John 15:16 - Gottes Art der Evangelisation - bleibende Frucht
"Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt
und dazu eingesetzt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und dass eure
Frucht bleibt."
"Nicht ihr habt mich erwählt". Wusstest du, daß
du nicht Gott erwählt hast? Er sagt: "Ich habe dich erwählt".
Wenn Gott dich erwählt hat, hat er dich auch für etwas
Bestimmtes erwählt. Du hast ihn vielleicht erwählt wegen der
Vergebung deiner Sünde und Erneurung und geistlicher Erfülung
usw., aber während du das alles bekommen hast, hatte er bereits
was andres im Sinn mit dir.
Er hat dich neu gemacht und repariert, um Frucht zu bringen. Er sagt:"
Du hast mich eigentlich nicht wirklich gewählt. Du hast das
vielleicht gedacht. In Wirklichkeit habe ich dich erwählt. Und
zwar in der Absicht, dass du hingesht und Frucht bringst - Frucht, die
bleibt.
Was mir dabei vor allem ins Auge fällt, ist das Wort
bleibt. Gott hilft mir zu sehen, daß
er mich nicht gewählt hat, um einen Haufen Aktivität zu
entfachen und herumzurennnen, um "Seelen zu gewinnen",
sondern die Art von Frucht hervorzubringen, die bleibt.
Wäre es nicht schön, wenn all unsre Frucht bleibenden
Bestand hätte? Wäre das nicht fantastisch? Gott sagt:"
Ich werde es machen, dass du fruchtbar bist und deine Frucht nächstes
Jahr noch da ist und das Jahr darauf usw."
Dabei sehen wir, dass Gott ein ewiger Gott ist und Gottes Samen ewig
ist . Was dieser hervorbringt bleibt für immer. Er bleibt, weil
er diese bleibende Natur in sich hat.
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