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Nicht Methoden, sondern
Menschen sind der Schlüssel, die Einheit in Gottes Volk bewirken.
Menschen mit Diensten, die beschrieben sind in Epheser 4. Literweise
Kaffee und freundliche Diskussionen bringen uns leider nicht
praktische Einheit. Wir kehren in unsere "kleine Ecke" zurück
und gehen weiter unsere getrennten Wege. Tatsache ist: Praktische
Schritte sind bedrohlich und kosten etwas. Wir wissen tief im Innern,
wir müssen uns ändern, daher denken wir nicht weiter darüber
nach. Viele denken, es ist Einheit, wenn die örtlichen Leiter
einmal im Monat zum Gebet zusammenkommen, oder wenn jeder bei einer
gemeinsamen Veranstaltung Händchen hält. Solche
Entwicklungen sind ermutigend, aber sie biblische Einheit zu nennen,
ist so weit entfernt, wie eine Gebirgsquelle von den Niagarafällen.
Was ist im Herzen Gottes, was Einheit betrifft?
Paulus verstärkt das Gebet Jesus nach vollkommener Einheit in
Epheser. "Damit wir alle..." Eph. 4,13 Dabei geht es nicht
darum, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, oder um ein Überlebens-kit
für eine aussterbende Sache, sondern um Gottes ewiges, sehnsüchtiges
Streben. Der Fall des Menschen verursachte Trennung und Fragmentierung
auf allen Ebenen der Gesellschaft. Dagegen will Gott eine alternative
Gemeinschaft, die die Harmonie der ursprünglichen Schöpfung
manifestiert. Die Geschichte des Volkes Gottes ist jedoch nicht allzu
beeindruckend. Christen haben sich gegenseitig ins Gefängnis
gesteckt und verbrannt, sich mit Papier und Druck bekämpft und
sich getrennt über winzige Themen. Aber Gott gibt nicht auf. Er
hat keinen Plan B. Für Gott ist Einheit kein Luxus, sondern eine
Notwendigkeit. Ein Wunder, daß die Welt von der Wirklichkeit
Jesus überzeugen wird.
Grosse Frage - Wie?
Gott erwartet nichts Unmögliches. Paulus beschreibt nicht nur
seine Vision (Vers 13) , sondern auch das Verfahren (Vers 12) und den
Auslöser (Vers 11), der alles in Gang bringt. "um Gottes
Volk zuzubereiten für Werke des Dienstes, damit der Leib Christi
auferbaut wird.." Schlüssel hier: einander dienen - und ein
Bewusstsein des Leibes.
Einheit muß ausgedrückt werden auf zwei Ebenen:
Unmittelbare Gemeinschaft, mit denen wir zusammen sind - und der Leib
Christi in der Gegend.
Es ist leicht, sich nur mit uns selbst zu beschäftigen und die
Gemeinschaft der Christen als Ganze zu übersehen. Gottes
Interesse geht über unsere bestimmte Gemeinde, Denomination oder "Strom"
hinaus. Sein Herz gilt allen, die ihn lieben und keiner kann seine
Absichten alleine ausführen. Vorübergehende Abschnitte oder
Bereiche im Leib sind nicht falsch. Wenn man ein grosses Gebäude
errichtet, wird man auch abschnittsweise bauen. Einmal richtet sich
die Aufmerksamkeit des Erbauers nur auf den Keller, dann auf den
ersten Stock und auf den Dachstuhl, aber am Schluss passt das ganze
Gebäude zusammen. Es gibt keine "Fensterrahmen-Denomination"
oder "Dachgeschoss-Gruppe". Wir müssen großzügiger
denken.
Auf dem Dienstweg
Wir erhalten also ein umfangreicheres Blickfeld des Leibes Christi
und lernen nun, wie wir ihm dienen können. D.h. das Gute meines
Bruders am Herzen haben und mein Benehmen entsprechend einzustellen.
Liebe ist äusserst kreativ und es gibt hunderte von Arten
einander zu dienen. Wir stellen zunächst einmal unsere Gerüchte
und Kritik ein und unterstützen einander. Bilden Freundschaften
und arbeiten zusammen, anstatt im Wettstreit miteinander zu liegen.
Diese Dinge beginnen auf Leiterschaftsebene.
Menschen sind Gottes Methode
Einige halten den Menschen aus dem Bild heraus. "Einheit kommt
nur von Gott, Bruder." Das hört sich geistlich an, aber es
ist Flucht aus persönl. Verantwortung. Gott baut seine Arbeit mit
Menschen, ihren Persönlichkeiten, ihren Besonderheiten, ihren Stärken
und sogar ihren Schwächen. Leiter können das Werk Gottes
voranbringen/auslösen oder hindern. Jeder der Dienste in Eph. 4
ist notwendig, um das Ziel zu erreichen. Gott beruft eine Vielzahl von
Diensten in unserm Land, von Menschen ausgeführt, die
verschiedene Rollen spielen, um Einheit zu erreichen. Paul sagt, daß
durch Apostel, Evangelisten, Pastoren, Propheten und Lehrer die
Aufgabe bewältigt wird. Gottes Leiter sind der Schlüssel,
daher ist folgender Schritt absolut notwendig:
Gottes Menschen anerkennen
Dabei geht es nicht nur z.B. um Apostel, also Gemeindebauer und
-pflanzer, die in einer prominenteren, sichtbaren Stellung ihren
Dienst verrichten, sondern auch solche, die nicht so sichtbar sind.
Gott geht es nicht um Etiketten und Titel, er wirkt, durch wen er
will. Oft sind Gemeinden begrenzt durch die besondere Gabe eines
Leiters. Wenn er ein Evangelist ist, wird die Gemeinde jede Woche
neubekehrt, als Lehrer wird die Gemeinde vielleicht "tief",
aber vervielfältigt sich nicht. Wenn er ein Prophet ist, wird die
Gemeinde für immer und ewig bewegt von einer himmlischen Vision
usw. Eine Gemeinde kann sicher ein eigenes, besonderes Wesen und
Betonung haben, aber ein ganzheitlicher Dienst ist wesentlich, um das
Ziel der Einheit zu erreichen. Wovon reden wir eigentlich?
Apostel und Propheten
Gibt es sie noch im Jahre 1998? Epheser 4 schliesst eine Kontinuität
ein.
"...bis wir die Einheit erreichen..."
Haben wir sie schon erreicht? -
Was sind die Hauptzwecke dieser Dienste and wozu brauchen wir sie?
Dabei geht es nicht um biblische Theorien, sondern praktische und
reale Anwendung.
- Um eine feste Grundlage zu legen.
Einige Gemeinden werden niemals Reife erlangen, weil grundlegende
Dinge nicht fest an ihrem Platz sind. Selbst der feinste Pastor und
Lehrdienst wird dort keinen bleibenden Einfluss hinterlassen.
- Zu helfen frische Richtung/Leitung
anzugeben und zu organisieren während neuer Phasen und Zeiten
der Änderung.
- Die "Hirten zu hüten".
Soviele Diener und Leiter finden sich allein und ohne Hilfe, wenn
sie selber Unterstützung und Wegweisung und geistlichen Rat
brauchen.
- Gottes Strategie zu begreifen, der
individuelle Gemeinden und ganze Ströme bzw. Netze miteinander
verbinden und vereinen will.
Brauchen wir sie
wirklich?
"Wenn sie so wichtig sind, warum ist es bisher ohne sie
gegangen?"
Eine Rose mit einem andern Namen riecht genauso gut. Sie waren da,
aber wir haben sie wahrscheinlich nicht "Apostel" und "Propheten"
genannt. Vielleicht haben wir sie als Männer kennengelernt mit
aussergewöhnlichen Gaben und Einsichten. Ausserdem wurden gewisse
Arbeiten vielleicht auch von anderen Diensten erfüllt. Ein guter
Zimmermann hat über Jahre hinweg sich vielleicht auch die Fähigkeiten
eines Elektrikers beigebracht und sich so sein kleines Häuschen
gebaut. Deshalb ist er noch lange nicht qualifiziert, ein grosses
Bankgebäude zu errichten. Wenn wir solche Männer und ihre
Dienste in unsrer Gegend entdecken, sollten wir mit ihnen
zusammenarbeiten und von ihren Fähigkeiten profitieren. Sind
keine da, sollten wir uns anderswo umschauen. Der Apostel Paulus hatte
Aufsicht über Gemeinden, die hunderte von Kilometern auseinander
lagen. Geographie ist also nicht entscheidend, sondern Hauptsache, "die
Ware" wird produziert. Unbedingt zu erwähnen: eine Beziehung
zwischen einem Apostel und einer Gemeinde ist organisch. Gegründet
auf gegenseitigem Vertrauen und Freundschaft. Ein Mann kann nicht
einfach aufstehen und sich als "Gottes Gabe" für die
Gemeinden in der Gegend erklären. Jeder wahre Mann Gottes erkennt
sich in erster Linie als Diener. Er ist interessiert am Segen und
Wohlergehen des Volkes Gottes, nicht daran sein eigenes kleines Reich
zu bauen.
Pastoren und Lehrer
Diese Dienste haben den unmittelbaren Kontakt mit Gottes Gemeinde und
Gelegenheit das Leben und die Einstellungen der Gläubigen zu
gestalten. Die Strategie der Apostel und Propheten werden nur Visionen
und Träume bleiben ohne die praktische Hilfe und Mitarbeit der
lokalen Leiter. Zwei Dinge sollten sie dabei vermeiden:
- Eine besitzergreifende Art, also
eine Gruppe von Leuten an sich zu binden. Es ist nicht richtig, sich
bedroht zu fühlen, wenn die anvertrauten Menschen auch anderen
Diensten ausgesetzt sind. Eine besitzergreifende Art ist gegründet
in Unsicherheit und Stolz. Wir müssen bereuen, umkehren und die
Herde seinem rechtmässigen Besitzer zurückgeben - dem
Herrn Jesus.
- Parteigeist - aus Menschen gute "Baptisten",
"Methodisten", "Pfingstler" usw. machen zu
wollen. Getrennte, individuelle Gemeinden dürfen eigene Identitäten
haben. Einheit darf aber nicht zu Einheitlichkeit werden.
Wir bauen den Leib Christi, nicht eine Denomination.
Und Evangelisten
Der Evangelist kann nicht sagen, "Ich führ sie nur zu
Jesus, mit Einheit hab ich nichts am Hut." Das hört sich
eher an wie ein Versicherungsvertreter, als ein Diener Gottes. Viele
Probleme in der Gemeinde würden nicht existieren, wenn Menschen
von Anfang an richtig evangelisiert würden. Dazu gehört
schrittweise Integration in die Gemeinde und Geduld beim Erkennen der
Ebene, auf dem sich der Neubekehrte befindet. Vielen Neubekehrten
werden Dienste gegeben, mit denen sie schlicht überfordert sind,
da sie u.U. noch mit sich selbst zu tun haben. Sie brauchen Heilung,
Loslösung von gewissen Gebräuchen und Angewohnheiten, Veränderung
des Charakters uvm. Es ist also völlig falsch sie in Dienste
hineinzuwerfen, in der Annahme, sie müssten sich engagieren,
damit sie als Christ wachsen. Integration in die Gemeinde durch
Grundkurse, Hauskreise, Freundschaften aufbauen usw. ist der Schlüssel.
Praktische Schritte
Was können wir denn tun, um die Einheit des Geistes zu bewahren?
- Einheit ist kein Luxus - sondern
Notwendigkeit. Nicht: "Wollen mal versuchen Einheit zu erhalten",
sondern "Unternimm jede Anstrengung" sie zu erhalten!
- Akzeptiere, daß Gott der
Gemeinde bestimmte Dienste gegeben hat, deren Hilfe wesentlich ist,
Einheit hervorzubringen. Bitte Gott zu ihnen geführt zu werden.
- Hör auf im Wettbewerb zu sein,
und fang an zusammenzuarbeiten. Suche den Leib Christi zu dienen,
und erkenne ihn an, als Christi Eigentum.
- Ehre andere christliche Leiter in
Gegenwart deiner Gemeinde. Erhöhe dich nicht auf ihre Kosten,
kritisiere sie nicht.
- Lass dein Herz erfüllen mit
Bauen der gesamten Gemeinde, nicht nur deiner eig. Gruppierung,
Denomination oder "Stromes".
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