Wiederherstellung
Wiederherstellung, Restauration, Erneuerung

Eine prophetische Stimme - Oktober 98

Schlüsseldienste führen zur Einheit

Nicht Methoden, sondern Menschen sind der Schlüssel, die Einheit in Gottes Volk bewirken. Menschen mit Diensten, die beschrieben sind in Epheser 4. Literweise Kaffee und freundliche Diskussionen bringen uns leider nicht praktische Einheit. Wir kehren in unsere "kleine Ecke" zurück und gehen weiter unsere getrennten Wege. Tatsache ist: Praktische Schritte sind bedrohlich und kosten etwas. Wir wissen tief im Innern, wir müssen uns ändern, daher denken wir nicht weiter darüber nach. Viele denken, es ist Einheit, wenn die örtlichen Leiter einmal im Monat zum Gebet zusammenkommen, oder wenn jeder bei einer gemeinsamen Veranstaltung Händchen hält. Solche Entwicklungen sind ermutigend, aber sie biblische Einheit zu nennen, ist so weit entfernt, wie eine Gebirgsquelle von den Niagarafällen.

Was ist im Herzen Gottes, was Einheit betrifft?
Paulus verstärkt das Gebet Jesus nach vollkommener Einheit in Epheser. "Damit wir alle..." Eph. 4,13 Dabei geht es nicht darum, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden, oder um ein Überlebens-kit für eine aussterbende Sache, sondern um Gottes ewiges, sehnsüchtiges Streben. Der Fall des Menschen verursachte Trennung und Fragmentierung auf allen Ebenen der Gesellschaft. Dagegen will Gott eine alternative Gemeinschaft, die die Harmonie der ursprünglichen Schöpfung manifestiert. Die Geschichte des Volkes Gottes ist jedoch nicht allzu beeindruckend. Christen haben sich gegenseitig ins Gefängnis gesteckt und verbrannt, sich mit Papier und Druck bekämpft und sich getrennt über winzige Themen. Aber Gott gibt nicht auf. Er hat keinen Plan B. Für Gott ist Einheit kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Ein Wunder, daß die Welt von der Wirklichkeit Jesus überzeugen wird.

Grosse Frage - Wie?
Gott erwartet nichts Unmögliches. Paulus beschreibt nicht nur seine Vision (Vers 13) , sondern auch das Verfahren (Vers 12) und den Auslöser (Vers 11), der alles in Gang bringt. "um Gottes Volk zuzubereiten für Werke des Dienstes, damit der Leib Christi auferbaut wird.." Schlüssel hier: einander dienen - und ein Bewusstsein des Leibes.

Einheit muß ausgedrückt werden auf zwei Ebenen: Unmittelbare Gemeinschaft, mit denen wir zusammen sind - und der Leib Christi in der Gegend.

Es ist leicht, sich nur mit uns selbst zu beschäftigen und die Gemeinschaft der Christen als Ganze zu übersehen. Gottes Interesse geht über unsere bestimmte Gemeinde, Denomination oder "Strom" hinaus. Sein Herz gilt allen, die ihn lieben und keiner kann seine Absichten alleine ausführen. Vorübergehende Abschnitte oder Bereiche im Leib sind nicht falsch. Wenn man ein grosses Gebäude errichtet, wird man auch abschnittsweise bauen. Einmal richtet sich die Aufmerksamkeit des Erbauers nur auf den Keller, dann auf den ersten Stock und auf den Dachstuhl, aber am Schluss passt das ganze Gebäude zusammen. Es gibt keine "Fensterrahmen-Denomination" oder "Dachgeschoss-Gruppe". Wir müssen großzügiger denken.

Auf dem Dienstweg
Wir erhalten also ein umfangreicheres Blickfeld des Leibes Christi und lernen nun, wie wir ihm dienen können. D.h. das Gute meines Bruders am Herzen haben und mein Benehmen entsprechend einzustellen. Liebe ist äusserst kreativ und es gibt hunderte von Arten einander zu dienen. Wir stellen zunächst einmal unsere Gerüchte und Kritik ein und unterstützen einander. Bilden Freundschaften und arbeiten zusammen, anstatt im Wettstreit miteinander zu liegen. Diese Dinge beginnen auf Leiterschaftsebene.

Menschen sind Gottes Methode
Einige halten den Menschen aus dem Bild heraus. "Einheit kommt nur von Gott, Bruder." Das hört sich geistlich an, aber es ist Flucht aus persönl. Verantwortung. Gott baut seine Arbeit mit Menschen, ihren Persönlichkeiten, ihren Besonderheiten, ihren Stärken und sogar ihren Schwächen. Leiter können das Werk Gottes voranbringen/auslösen oder hindern. Jeder der Dienste in Eph. 4 ist notwendig, um das Ziel zu erreichen. Gott beruft eine Vielzahl von Diensten in unserm Land, von Menschen ausgeführt, die verschiedene Rollen spielen, um Einheit zu erreichen. Paul sagt, daß durch Apostel, Evangelisten, Pastoren, Propheten und Lehrer die Aufgabe bewältigt wird. Gottes Leiter sind der Schlüssel, daher ist folgender Schritt absolut notwendig:

Gottes Menschen anerkennen
Dabei geht es nicht nur z.B. um Apostel, also Gemeindebauer und -pflanzer, die in einer prominenteren, sichtbaren Stellung ihren Dienst verrichten, sondern auch solche, die nicht so sichtbar sind. Gott geht es nicht um Etiketten und Titel, er wirkt, durch wen er will. Oft sind Gemeinden begrenzt durch die besondere Gabe eines Leiters. Wenn er ein Evangelist ist, wird die Gemeinde jede Woche neubekehrt, als Lehrer wird die Gemeinde vielleicht "tief", aber vervielfältigt sich nicht. Wenn er ein Prophet ist, wird die Gemeinde für immer und ewig bewegt von einer himmlischen Vision usw. Eine Gemeinde kann sicher ein eigenes, besonderes Wesen und Betonung haben, aber ein ganzheitlicher Dienst ist wesentlich, um das Ziel der Einheit zu erreichen. Wovon reden wir eigentlich?

Apostel und Propheten
Gibt es sie noch im Jahre 1998? Epheser 4 schliesst eine Kontinuität ein.
"...bis wir die Einheit erreichen..."
Haben wir sie schon erreicht? -
Was sind die Hauptzwecke dieser Dienste and wozu brauchen wir sie? Dabei geht es nicht um biblische Theorien, sondern praktische und reale Anwendung.

  1. Um eine feste Grundlage zu legen. Einige Gemeinden werden niemals Reife erlangen, weil grundlegende Dinge nicht fest an ihrem Platz sind. Selbst der feinste Pastor und Lehrdienst wird dort keinen bleibenden Einfluss hinterlassen.
  2. Zu helfen frische Richtung/Leitung anzugeben und zu organisieren während neuer Phasen und Zeiten der Änderung.
  3. Die "Hirten zu hüten". Soviele Diener und Leiter finden sich allein und ohne Hilfe, wenn sie selber Unterstützung und Wegweisung und geistlichen Rat brauchen.
  4. Gottes Strategie zu begreifen, der individuelle Gemeinden und ganze Ströme bzw. Netze miteinander verbinden und vereinen will.

Brauchen wir sie wirklich?
"Wenn sie so wichtig sind, warum ist es bisher ohne sie gegangen?"
Eine Rose mit einem andern Namen riecht genauso gut. Sie waren da, aber wir haben sie wahrscheinlich nicht "Apostel" und "Propheten" genannt. Vielleicht haben wir sie als Männer kennengelernt mit aussergewöhnlichen Gaben und Einsichten. Ausserdem wurden gewisse Arbeiten vielleicht auch von anderen Diensten erfüllt. Ein guter Zimmermann hat über Jahre hinweg sich vielleicht auch die Fähigkeiten eines Elektrikers beigebracht und sich so sein kleines Häuschen gebaut. Deshalb ist er noch lange nicht qualifiziert, ein grosses Bankgebäude zu errichten. Wenn wir solche Männer und ihre Dienste in unsrer Gegend entdecken, sollten wir mit ihnen zusammenarbeiten und von ihren Fähigkeiten profitieren. Sind keine da, sollten wir uns anderswo umschauen. Der Apostel Paulus hatte Aufsicht über Gemeinden, die hunderte von Kilometern auseinander lagen. Geographie ist also nicht entscheidend, sondern Hauptsache, "die Ware" wird produziert. Unbedingt zu erwähnen: eine Beziehung zwischen einem Apostel und einer Gemeinde ist organisch. Gegründet auf gegenseitigem Vertrauen und Freundschaft. Ein Mann kann nicht einfach aufstehen und sich als "Gottes Gabe" für die Gemeinden in der Gegend erklären. Jeder wahre Mann Gottes erkennt sich in erster Linie als Diener. Er ist interessiert am Segen und Wohlergehen des Volkes Gottes, nicht daran sein eigenes kleines Reich zu bauen.

Pastoren und Lehrer
Diese Dienste haben den unmittelbaren Kontakt mit Gottes Gemeinde und Gelegenheit das Leben und die Einstellungen der Gläubigen zu gestalten. Die Strategie der Apostel und Propheten werden nur Visionen und Träume bleiben ohne die praktische Hilfe und Mitarbeit der lokalen Leiter. Zwei Dinge sollten sie dabei vermeiden:

  • Eine besitzergreifende Art, also eine Gruppe von Leuten an sich zu binden. Es ist nicht richtig, sich bedroht zu fühlen, wenn die anvertrauten Menschen auch anderen Diensten ausgesetzt sind. Eine besitzergreifende Art ist gegründet in Unsicherheit und Stolz. Wir müssen bereuen, umkehren und die Herde seinem rechtmässigen Besitzer zurückgeben - dem Herrn Jesus.
  • Parteigeist - aus Menschen gute "Baptisten", "Methodisten", "Pfingstler" usw. machen zu wollen. Getrennte, individuelle Gemeinden dürfen eigene Identitäten haben. Einheit darf aber nicht zu Einheitlichkeit werden. Wir bauen den Leib Christi, nicht eine Denomination.

Und Evangelisten
Der Evangelist kann nicht sagen, "Ich führ sie nur zu Jesus, mit Einheit hab ich nichts am Hut." Das hört sich eher an wie ein Versicherungsvertreter, als ein Diener Gottes. Viele Probleme in der Gemeinde würden nicht existieren, wenn Menschen von Anfang an richtig evangelisiert würden. Dazu gehört schrittweise Integration in die Gemeinde und Geduld beim Erkennen der Ebene, auf dem sich der Neubekehrte befindet. Vielen Neubekehrten werden Dienste gegeben, mit denen sie schlicht überfordert sind, da sie u.U. noch mit sich selbst zu tun haben. Sie brauchen Heilung, Loslösung von gewissen Gebräuchen und Angewohnheiten, Veränderung des Charakters uvm. Es ist also völlig falsch sie in Dienste hineinzuwerfen, in der Annahme, sie müssten sich engagieren, damit sie als Christ wachsen. Integration in die Gemeinde durch Grundkurse, Hauskreise, Freundschaften aufbauen usw. ist der Schlüssel.

Praktische Schritte
Was können wir denn tun, um die Einheit des Geistes zu bewahren?

  1. Einheit ist kein Luxus - sondern Notwendigkeit. Nicht: "Wollen mal versuchen Einheit zu erhalten", sondern "Unternimm jede Anstrengung" sie zu erhalten!
  2. Akzeptiere, daß Gott der Gemeinde bestimmte Dienste gegeben hat, deren Hilfe wesentlich ist, Einheit hervorzubringen. Bitte Gott zu ihnen geführt zu werden.
  3. Hör auf im Wettbewerb zu sein, und fang an zusammenzuarbeiten. Suche den Leib Christi zu dienen, und erkenne ihn an, als Christi Eigentum.
  4. Ehre andere christliche Leiter in Gegenwart deiner Gemeinde. Erhöhe dich nicht auf ihre Kosten, kritisiere sie nicht.
  5. Lass dein Herz erfüllen mit Bauen der gesamten Gemeinde, nicht nur deiner eig. Gruppierung, Denomination oder "Stromes".

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Seite erstellt: 7. 7. 1998 - zuletzt updated: 14. 7. 1998
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